Logistiksoftware im Vergleich – Anbieter für Transport, Lager und Supply Chain

Wer sich mit Logistiksoftware beschäftigt, merkt schnell: Unter diesem Begriff landet vieles, das auf den ersten Blick ähnlich klingt, im Alltag aber ganz unterschiedliche Aufgaben übernimmt. Dazu gehören Speditionsprogramme, Lagerverwaltungssysteme, Frachtenbörsen und Plattformen für die Lieferkettenplanung. Speditionssoftware kümmert sich dabei vor allem um den Transport – von der Auftragserfassung über die Disposition bis zur Abrechnung.

Auf unserer Startseite findet ihr den Vergleich klassischer Speditionssoftware. Dieser Artikel geht einen Schritt weiter: Welche dieser Lösungen decken auch das Lager ab? Wann lohnt sich ein separates Lagerverwaltungssystem? Und welche Programme sind eher für Unternehmen gedacht, die Transporte einkaufen, statt sie selbst durchzuführen? Besonders für Speditionen mit eigener Lagerhalle stellt sich eine praktische Frage: Sollten Transport und Lager in einer Software laufen – oder besser in zwei spezialisierten Programmen, die miteinander verbunden sind?

Logistiksoftware und Speditionssoftware: der Unterschied

Schon die Hersteller verwenden die Begriffe nicht immer einheitlich. Soloplan bezeichnet CarLo auf der eigenen Website beispielsweise als „Logistiksoftware“, im Interview mit uns aber auch als „Transport Management System“ und „Speditions- und Logistiksoftware“. Für die Auswahl ist deshalb weniger entscheidend, welches Etikett ein Anbieter verwendet. Wichtiger ist, welche Abläufe das Programm tatsächlich abdeckt. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

Speditionssoftware (TMS)

Hier dreht sich alles um den Transport: Aufträge werden erfasst, Touren geplant, Frachtpapiere erstellt, Sendungen verfolgt und Frachten abgerechnet. Die englische Bezeichnung lautet Transport Management System (TMS). Für Disponentinnen und Disponenten ist das meist das zentrale Arbeitsprogramm.

Lagerverwaltung (WMS oder LVS)

Ein Lagerverwaltungssystem kümmert sich um alles, was mit der Ware innerhalb der Halle passiert: vom Wareneingang und dem passenden Lagerplatz über Bestände und Kommissionierung bis zum Warenausgang und zur Inventur. Die Begriffe Warehouse Management System (WMS) und Lagerverwaltungssystem (LVS) werden im Alltag weitgehend synonym verwendet. Lagert ihr Ware für Kunden ein, kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: Lagergeld und weitere Lagerleistungen müssen dem jeweiligen Einlagerer korrekt berechnet werden können.

Verlader- und Planungssoftware (SCM)

Diese Lösungen setzen an einer anderen Stelle an. Verlader aus Industrie und Handel können darüber Transporte ausschreiben, Dienstleister beauftragen und Lieferungen verfolgen. Supply-Chain-Planung geht noch weiter: Sie bringt Nachfrage, Lagerbestände und verfügbare Kapazitäten über mehrere Stationen der Lieferkette hinweg zusammen.

„Logistiksoftware“ ist also der Oberbegriff für mehrere Softwarearten, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Daneben gibt es ergänzende Programme, die mit der Speditionssoftware verbunden werden, etwa Software für Vorgänge und Dokumente. Für die meisten Speditionen bleibt das TMS der Dreh- und Angelpunkt. Eine eigene Lagerverwaltung wird vor allem dann wichtig, wenn Ware nicht nur kurz umgeschlagen, sondern für Kunden eingelagert und verwaltet wird.

Die Abgrenzung zeigt sich besonders deutlich beim Blick in die Lagerhalle. Ware, die vom Fernverkehr auf eine regionale Verteilertour wechselt, wird meist nur kurz umgeschlagen. Dieser Vorgang gehört eng zur Transportabwicklung und lässt sich deshalb bei manchen Speditionsprogrammen direkt im TMS abbilden. Soloplan bietet dafür das Cross-Docking-Modul CarLo inHUB an; bei Sirum ist das Umschlagslager im TMS-Paket Premium enthalten. Anders sieht es aus, wenn Artikel feste Lagerplätze haben, Chargen verwaltet und einzelne Positionen für Aufträge kommissioniert werden müssen. Dafür ist eine richtige Lagerverwaltung gefragt. Auch Logistiqo unterscheidet zwischen beiden Aufgaben und unterstützt sowohl den schnellen Warenumschlag in Speditions- und Cross-Docking-Lagern als auch klassische Artikellager.

Gabelstapler lädt Ware von einem Lagerplatz auf die Ladefläche eines Lkw
Beim Verladen wechselt die Ware vom Lagerbestand in die Tour. Genau an diesem Punkt müssen Lagerverwaltung und Speditionssoftware zusammenarbeiten.

Logistiksoftware für Transport und Lager im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die Speditionsprogramme aus unserem Vergleich, für die der jeweilige Hersteller auch eine Lagerverwaltung anbietet – entweder als integriertes Modul, als Zusatzprogramm oder als Teil einer größeren Lösung. Die Anbieter sind alphabetisch sortiert. Grundlage sind die Hersteller-Websites mit Stand Oktober 2026; bei CarLo und der SIRUM Logistics Suite sind außerdem unsere Interviews mit Soloplan und Sirum eingeflossen.

Am Smartphone lest ihr die Tabelle am besten im Querformat.

SoftwareLager und LagerabrechnungSchwerpunkt TransportBetriebsform
bluecargo
D-Soft
Lagerverwaltung im Funktionsumfang, von der Auftragsverarbeitung und Disposition bis zum LagerStückgut mit Anbindung an Stückgut-Partner• eigener Server
• Cloud (SaaS)
CargoSoft TMS
CargoSoft
• CargoSoft Lager, in das TMS integrierbar
• automatische Lagergeldabrechnung, auch Zolllager
• See- und Luftfracht
• Lkw, KEP und Bahn
• SaaS
• On Premises
CarLo
Soloplan
• Zusatzmodul CarLo inSTORE, in das TMS integriert
• Auslagerung startet automatisch mit dem Transportauftrag
• Lagergeld und Lagerdienstleistungen je Kunde abrechenbar
• Straße, auch Tank, Silo, Schüttgut, Schwerlast
• Luft- und Seefracht als Zusatzmodul
• eigener Server, Rechenzentrum oder Hosting bei Soloplan
• Web-Version angekündigt
DISPONENT
Weber Data Service
• Zusatzmodul DISPONENT Lagerlogistik
• integrierte Lagerverwaltung auf Basis einer zentralen Datenbank
• Fakturierung im Lagermodul
Sammelgut• Cloud
• Installation
DyCoS one
GEHR Datentechnik
Zusatzmodul Lagerverwaltung• klassischer Speditionsbereich
• Schwerlast, Kühlgut, Terminfracht, Linien- und Kuriertransporte
• Installation im eigenen Unternehmen
• Cloud
Lavid-F.I.S.
Lavid Software
• Lagerverwaltung im TMS mit frei definierbaren Lagerstrukturen
• Lavid-F.I.S.4Web Lager als Weblösung
• Logistik und Kurierdienste
• Anbindung an DPD, UPS und DHL
• Client-Software
• Weblösung Lavid-F.I.S.4Web
LOGIS CargoNet
LOGIS IT
• Bestandsverwaltung und Lagerplätze
• Bestellabwicklung
keine AngabeCloud
Logistiqo
Logistiqo
• Umschlag und Cross-Docking
• Artikellager mit Lagerplätzen, Seriennummern, Kommissionierung
• Lagergeld, Ein- und Auslagerung und Kommissionierung lassen sich automatisch an die Faktura übergeben
• Straße
• Luft- und Seefracht mit AWB und B/L
SaaS
M3 Logisticware
Dr. Malek Software
• M3 LVS, integriert oder eigenständig, in drei Ausbaustufen
• Lagergeldabrechnung
• Stückgut und Ladungsverkehr
• KEP und Container-Trucking
keine Angabe
MicrotronX ERP
MicrotronX
• Modul Speditionslager
• Ein- und Auslagerung, Avise, Lagerscheine
• Lagerbuchungen per Rechnung oder Gutschrift abrechenbar
• Landverkehr und Container
• Luft- und Seefracht
• Installation
• Start auch über Terminalserver oder Citrix
Navitrans
Navitrans
• Navitrans WMS
• Bestände in Echtzeit, Wareneingang bis Kommissionierung und Verpackung
• Straße und Container-Trucking
• See- und Luftfracht im FMS-Modul
SaaS auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central
PROLAG Transport
CIM
Lagerverwaltung PROLAG WMS vom selben HerstellerTeil- und Komplettladung, national und internationalWeb-Anwendung
SAUER
SE4L
• Lagerverwaltung für Hochregal-, Block- und Kühllager
• Lagergeld und Dienstleistungen an den Kunden abrechenbar
• Land
• Luft und See
keine Angabe
SIRUM Logistics Suite
Sirum
• TMS und WMS auf einer gemeinsamen Datenbasis
• Kommissionierung ab WMS-Paket Professional
• Accounting im WMS enthalten
• Stückgut, Teil- und Komplettladungen
• Kurier und Express
• webbasiert
• Private Cloud in deutschen Rechenzentren
SPEDIFIX
Spedifix Logistiksoftware
• Zusatzmodul Lagerverwaltung
• Lagereingänge aus der Sendungserfassung übernehmbar
• Lagergebührenverwaltung
• Komplett- und Teilladung
• Stückgut
Installation unter Windows
translogica
Translogica
• translogica WMS mit Scanning
• flexible Lagergeldabrechnung
• Teil- und Komplettladung, Stückgut
• Intermodal, Luft- und Seefracht
keine Angabe
TransRoad
ecovium
• Logistics Vision Suite (LVS) vom selben Hersteller
• Mandantenverwaltung und Lagergeldabrechnung
• Teil- und Komplettladung, Stückgut, KEP
• Gefahrgut, Tank und Silo, Kühl- und Containerverkehre
• Cloud, Web-Oberfläche
• Professional auch private Cloud oder On-Premises
WinSped
LIS
LIS Warehouse Management (LWM), mit WinSped kombiniert oder eigenständig• Teil- und Komplettladung
• Sammelgut und KEP, Intermodal
• Cloud aus dem LIS-Rechenzentrum
• WinSped Web im Browser

Wenn ihr zunächst die Transportseite vergleichen möchtet: Auf unserer Startseite findet ihr auch die Programme ohne eigenes Lagermodul – inklusive Informationen zu Funktionen, Schnittstellen und Betriebsform.

Eine Datenbasis oder eine Schnittstelle?

Bei der SIRUM Logistics Suite gehören Transport und Lager zu derselben Software. Stammdaten, Aufträge, Bestände und Statusmeldungen werden bei Sirum „in einem System geführt“. CarLo inSTORE ist als Lagermodul in das TMS eingebunden. Bei WinSped und M3 Logisticware könnt ihr die Lagerlösung mit der Speditionssoftware kombinieren oder unabhängig davon einsetzen.

Eine gemeinsame Datenbasis spart vor allem doppelte Arbeit. Einlagerer, Artikel und Lieferadressen müssen nur einmal angelegt werden. Wird Ware später ausgelagert, kann aus dem Vorgang direkt ein Transportauftrag entstehen, statt dass jemand die Daten erneut eingibt. Auch Lagergeld und Fracht lassen sich leichter auf Basis derselben Informationen abrechnen. Ähnlich wichtig ist das bei Lademitteln: Werden Paletten bei der Einlagerung erfasst und bei der Auslieferung mit dem Empfänger getauscht, sollten diese Bewegungen in einer gemeinsamen Verwaltung nachvollziehbar bleiben. Nutzt ihr zwei getrennte Programme, übernimmt die Schnittstelle diese Aufgabe. Lasst euch deshalb genau zeigen, welche Daten sie überträgt, in welche Richtung das geschieht und was automatisch weitergegeben wird.

Wenn ihr bereits mit einer Speditionssoftware arbeitet, die kein Lagermodul mitbringt, müsst ihr nicht automatisch das gesamte System austauschen. Findet ihr euer Programm in der Tabelle, könnt ihr prüfen, ob das Lagermodul desselben Herstellers zu eurem Betrieb passt. Andernfalls kann ein eigenständiges Lagerprogramm die bessere Wahl sein – vorausgesetzt, die Anbindung an euer TMS funktioniert zuverlässig. Unabhängig von der Lösung lohnt sich eine saubere Vorbereitung: Wer Lagerplätze, Artikel und Bestände je Einlagerer bereits ordentlich dokumentiert hat, erleichtert die Einführung erheblich.

Lagerabrechnung, Scanner und Preis der Lagermodule

Lagerabrechnung: Bei Soloplan sind individuelle Lagerabrechnungen je Kunde für Lagergeld und Lagerdienstleistungen möglich, die Details werden in Workshops im Projekt festgelegt. SAUER rechnet Lagergeld und Dienstleistungen über eine eigene Konditionierung ab, translogica bietet eine flexible Lagergeldabrechnung, bei Logistiqo gehen die Lagerleistungen auf Wunsch automatisch an die Faktura, MicrotronX rechnet Lagerbuchungen per Rechnung oder Gutschrift ab, und bei Sirum ist das Accounting Teil des WMS. M3 LVS beherrscht die Lagergeldabrechnung, SPEDIFIX verwaltet Lagergebühren je Lagerkunde, DISPONENT Lagerlogistik bringt eine eigene Fakturierung mit, und auch die Lagerprogramme der Hersteller von TransRoad (ecovium) und CargoSoft TMS rechnen Lagergeld ab. Zu den übrigen Programmen der Tabelle liegen uns keine Angaben zur Lagerabrechnung vor.

Scanner und Lager-App: Soloplan bietet zu CarLo inSTORE die scannergestützte Variante CarLo inSCAN an. Die SIRUM App für das Lager bucht auch ohne Verbindung und gleicht danach ab. translogica hat das Scanning in das WMS integriert, MicrotronX bindet Android-Barcodescanner über ein eigenes Servermodul an.

Preis: Das WMS von Sirum kostet ab 299 Euro im Monat zuzüglich einer Transaktionsgebühr je Lagerbewegung. Bei MicrotronX kostet das Modul Speditionslager einmalig 1.799 Euro und hat eine eigene jährliche Wartungsgebühr, die Scanner-Anbindung ist ein separates Modul für 1.550 Euro. Für die übrigen Lagermodule liegt uns kein separater Preis vor, den bekommt ihr im Angebot des Herstellers.

Welche Lösung passt zu eurem Betrieb?

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt weniger vom Begriff „Logistiksoftware“ ab als davon, welche Aufgaben ihr täglich erledigt und womit euer Betrieb Geld verdient.

Ihr fahrt oder vermittelt Transporte

Wenn ihr Transporte selbst durchführt oder vermittelt, aber keine Kundenware einlagert, steht die Speditionssoftware im Vordergrund. Je nach Geschäftsmodell kommen Telematik und Zugänge zu Frachtenbörsen hinzu. Einen guten Einstieg bietet unser Überblick Speditionssoftware für Transport und Spedition.

Ihr fahrt und lagert für Kunden

Sobald Kunden ihre Ware bei euch lagern und ihr dafür Lagergeld oder weitere Dienstleistungen abrechnet, müssen Transport und Lager zusammenspielen. Das betrifft sowohl Speditionen mit angeschlossener Halle als auch größere Kontraktlogistiker. In diesem Fall lohnt sich ein Blick auf die Lösungen aus dem Vergleich für Transport und Lager. Prüft dabei nicht nur die Lagerfunktionen selbst, sondern auch die Abrechnung je Einlagerer, die gemeinsame Verwaltung von Lademitteln und die Frage, ob Kunden ihre Bestände online einsehen können. translogica bietet dafür einen Online-Zugang mit Lagerstandsanzeige; bei Sirum ist ein Lagerportal im WMS-Paket Premium enthalten.

Ihr betreibt ein großes oder automatisiertes Lager

Bei einem großen oder automatisierten Lager ändern sich die Prioritäten. Wenn Fördertechnik, sehr viele Artikel oder die Kommissionierung für den Onlinehandel zum Alltag gehören, sollte die Lagerverwaltung die Anforderungen zuverlässig abdecken. Die Transportprozesse werden dann an dieses System angebunden. Prüft, ob das Lagermodul eurer Speditionssoftware dafür ausreicht, und vergleicht es mit einer eigenständigen Lagerverwaltung.

Ihr seid Verlader in Industrie oder Handel

Wenn ihr Transporte einkauft, statt sie selbst durchzuführen, braucht ihr vor allem Lösungen für Ausschreibungen, die Vergabe an Dienstleister und die Sendungsverfolgung. Welche Plattformen dafür infrage kommen und welche Lösungen die Planung der gesamten Lieferkette unterstützen, zeigen wir im Abschnitt Software für Verlader und Supply-Chain-Planung.

Lagerverwaltung als eigenes Programm (WMS)

Nicht jedes Lagerprogramm stammt von einem Anbieter, der auch Speditionssoftware entwickelt. Viele Hersteller konzentrieren sich auf die Lagerprozesse; einige bieten zusätzlich eine eigene Transportlösung an. Wer tiefer in den Markt einsteigen möchte, findet beim Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik eine öffentliche WMS-Marktübersicht warehouse logistics mit validierten Herstellerdaten.

Die Tabelle bietet eine alphabetische Auswahl eigenständiger Lagerprogramme. Bei der Zielgruppe orientieren wir uns an den Angaben der Hersteller. Wichtig zur Einordnung: Diese Lösungen haben wir hier nicht im Detail miteinander verglichen.

Auch diese Tabelle passt am Smartphone quer am besten.

LagerprogrammHerstellerFür wen
COGLAS WEB WMSCOGLAS GmbH• mittelständische Händler und E-Commerce
• Hersteller mit eigenem Lager
• Logistikdienstleister
Easy WMSMecalux• mittlere und große Lager, alle Branchen
• Hersteller bietet zugleich Regale und automatische Lagersysteme an
Infios WMSInfios• Mittelstand und Konzerne
• 3PL-Dienstleister
KBU-LVSKBU Logistik AGLager und Distributionszentren, branchenunabhängig
LFSEhrhardt + Partnervon Großkonzernen bis zu kleinen und mittleren Unternehmen
Manhattan Active Warehouse ManagementManhattan Associates• Handel und Lebensmittel
• 3PL und weitere Branchen
pLG WMSproLogistik• 3PL und Industrie
• E-Commerce, Groß- und Einzelhandel
ProStoreTEAM GmbHmodulare Standardsoftware für Intralogistik, branchenunabhängig
ProWarehouse-Editionasap Software ConsultingAusbaustufe der für den Handel konfektionierten eStartUp-Edition
PSIwmsPSI Software SEkeine Angabe, drei Editionen GO, FLEX und PRO
SAP Extended Warehouse ManagementSAPUnternehmen mit hohem Warenvolumen
SOG WMSSOG Business-Softwarebesonders für Handelsunternehmen
storelogixcommon solutions• Groß- und Einzelhandel
• 3PL

Wenn ihr ein eigenständiges WMS mit eurer bestehenden Speditionssoftware verbinden möchtet, sprecht frühzeitig mit beiden Herstellern. Fragt konkret nach, ob die Schnittstelle bereits bei anderen Kunden im Einsatz ist oder erst für euer Projekt entwickelt werden muss. Das macht bei Aufwand, Kosten und Einführungsrisiko einen erheblichen Unterschied.

Software für Verlader und Supply-Chain-Planung

Einige Anbieter, die unter „Logistiksoftware“ auftauchen, richten sich vor allem an Verlader – also an Industrie- und Handelsunternehmen, die Transporte einkaufen. Auch für Speditionen sind diese Plattformen relevant, denn dort veröffentlichen Auftraggeber Ausschreibungen und vergeben Transportaufträge. Transporeon, das zu Trimble gehört, verbindet Verlader, Frachtführer, Spediteure und Handelsunternehmen. TIMOCOM und Trans.eu bieten Verladern eigene Zugänge zu ihren Frachtenbörsen. Alpega kombiniert Transportmanagement für Verlader mit den Börsen Teleroute, Wtransnet und BursaTransport. Cargoclix konzentriert sich unter anderem auf Zeitfensterbuchungen und Ausschreibungen. Mit project44 und Shippeo können Verlader Sendungen über mehrere beauftragte Spediteure hinweg verfolgen.

Supply-Chain-Planung setzt noch früher an: Lösungen wie SAP Integrated Business Planning, Blue Yonder Supply Chain Planning, Kinaxis Maestro, o9, REMIRA oder ADD*ONE von INFORM helfen Verladern dabei, Absatz, Bestände und Kapazitäten aufeinander abzustimmen. Die konkrete Transportabwicklung übernimmt anschließend weiterhin die Speditionssoftware des beauftragten Dienstleisters.

Vorgänge und Dokumente neben der Speditionssoftware

Nicht jede hilfreiche Ergänzung muss selbst Touren oder Frachtabrechnungen steuern. Ein Beispiel ist humbee von der humbee solutions GmbH. Im Interview mit uns grenzt der Anbieter die Lösung ausdrücklich ab: „Wir sind nicht die klassische Speditionssoftware.“ Die Transportabwicklung mit Touren, Frachtpapieren und Rechnungen bleibt also im TMS. humbee bündelt dagegen E-Mails, Dokumente und Aufgaben zu einem Vorgang, etwa zu einer Anfrage oder einem Auftrag. Auch Schäden lassen sich mit Fotos vom Smartphone dokumentieren. Fertige Schnittstellen gibt es unter anderem zu MoviNeo und Lexware Office.

Was Logistiksoftware kostet

Bei Logistiksoftware lässt sich kaum ein einzelner Marktpreis nennen. Die Hersteller rechnen nach unterschiedlichen Modellen ab – und häufig kommen Module, Schnittstellen oder Einführungsleistungen hinzu. Drei Beispiele aus unserer Vergleichstabelle zeigen, worauf ihr achten solltet (Stand Oktober 2026):

  • Grundgebühr plus Menge: Die SIRUM Logistics Suite kostet für TMS und WMS jeweils ab 299 Euro im Monat im Basispaket, die größeren Pakete ab 599 und ab 899 Euro. Dazu kommt eine Transaktionsgebühr, im TMS je bearbeitetem Auftrag, im WMS je Lagerbewegung, die mit steigendem Volumen sinkt. Wartung, Updates und der Betrieb in der Cloud sind enthalten, einzelne Anbindungen als Add-on buchbar.
  • Lizenz je Nutzer plus Wartung: CarLo wird als Lizenz pro User gekauft. Zusatzmodule wie die Lagerverwaltung und Schnittstellen sind eigene Investitionen, laufend kommen der Wartungsvertrag und gegebenenfalls volumenabhängige Dienste dazu.
  • Einmalpreis je Modul: MicrotronX veröffentlicht Einzelpreise je Modul, die für den ersten Arbeitsplatz je Standort gelten. Jede weitere gleichzeitige Verbindung kostet extra, einzelne Module haben eine eigene jährliche Wartungsgebühr.

Für einen fairen Vergleich solltet ihr deshalb die Kosten auf euren eigenen Betrieb herunterbrechen. Bei mengenabhängigen Tarifen zählen Auftragszahl und Lagerbewegungen, bei nutzerbasierten Modellen die Arbeitsplätze in Disposition, Lager und Buchhaltung. Bei Kaufmodellen gehört auch die Wartung über mehrere Jahre in die Rechnung. Hinzu kommen die Kosten für die Einführung: Sirum berechnet beispielsweise Konfiguration, Schulung, Datenimport und Begleitung beim Go-live zusätzlich zur monatlichen Gebühr. Lasst euch daher ein Angebot erstellen, das eure tatsächliche Auftragsmenge, Nutzerzahl, das benötigte Lagermodul und die erforderlichen Schnittstellen berücksichtigt.

Häufige Fragen zur Logistiksoftware

Welche Logistiksoftware ist die beste für mein Unternehmen?

Die beste Lösung hängt davon ab, welche Prozesse ihr abbilden müsst und wie groß euer Betrieb ist. Die SIRUM Logistics Suite richtet sich an Transportunternehmen, Speditionen und Großhändler mit eigener Logistik und 10 bis 500 Mitarbeitenden. Soloplan positioniert CarLo für kleine, mittlere und große Unternehmen, weist aber zugleich darauf hin, dass Speditionen mit weniger als zehn Lkw die Lösung „manchmal als zu mächtig“ empfinden. Um die Auswahl anhand eurer Transportwege und benötigten Funktionen einzugrenzen, könnt ihr unseren Schnell-Check nutzen.

Welche Anbieter von Logistiksoftware gibt es?

Die Anbieter lassen sich am besten nach ihrem Einsatzgebiet sortieren: Für den Transport findet ihr Speditionssoftware auf unserer Startseite. Lösungen, die Transport und Lager verbinden, stehen in der Vergleichstabelle. Für reine Lagerprozesse kommen spezialisierte Lagerprogramme wie PSIwms, LFS, COGLAS oder storelogix infrage. Verlader nutzen unter anderem Plattformen wie Transporeon, Alpega oder TIMOCOM; für die übergreifende Lieferkettenplanung gibt es Lösungen wie SAP, Blue Yonder oder Kinaxis.

Gibt es kostenlose Logistiksoftware?

Für die Transportplanung gibt es kostenlose Einstiege: Impargo bietet in unserem Vergleich einen dauerhaft kostenlosen Basic-Tarif für kleine Unternehmen, die mit Tourenplanung und Kostenkalkulation starten möchten, und ecovium ein zeitlich unbegrenztes Freemium-Paket von TransRoad mit Frachtkalkulation, Angeboten und Tarifen. Bei DyCoS one, Logistiqo, MicrotronX ERP und der SIRUM Logistics Suite, deren Preise öffentlich sind, ist dagegen keine dauerhaft kostenlose Version ausgewiesen. Wer die Software erst ausprobieren möchte, kann DyCoS one 30 Tage kostenlos testen; für Lavid-F.I.S. gibt es eine 60-tägige Demoversion. Sirum stellt auf Anfrage ebenfalls eine Testversion bereit.

Ist Logistiksoftware dasselbe wie ein ERP?

Nein, auch wenn sich die Bereiche überschneiden können. Ein ERP-System bildet vor allem kaufmännische Prozesse wie Finanzen, Einkauf und Controlling ab. Logistiksoftware organisiert dagegen die Abläufe rund um Transport und Lager. Einige Lösungen verbinden beides: MicrotronX ERP trägt kaufmännische Funktionen bereits im Namen, Navitrans basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central. Andere Programme übernehmen die Fakturierung und geben die Buchungen anschließend an die Buchhaltung weiter – bei CarLo und der SIRUM Logistics Suite beispielsweise über eine DATEV-Schnittstelle.

Fazit

Für die meisten Speditionen bleibt die Speditionssoftware das Herzstück. Sobald eigene Lagerflächen und Kundenbestände dazukommen, stellt sich die nächste Frage: Soll die Lagerverwaltung im selben System laufen oder über eine Schnittstelle angebunden werden? Eine gemeinsame Datenbasis kann doppelte Eingaben vermeiden und die Abrechnung von Lagergeld, Fracht und Lademitteln vereinfachen. Die Programme aus unserer Vergleichstabelle bieten dafür eine Lagerlösung vom selben Hersteller. Bei großen oder automatisierten Lagern kann dagegen ein eigenständiges Lagerprogramm die passendere Wahl sein.

Wenn es euch in erster Linie um die Transportabwicklung geht, findet ihr alle Programme mit ihren Funktionen und Schnittstellen in unserem Überblick Speditionssoftware im Vergleich. Mit dem Schnell-Check könnt ihr die Auswahl außerdem anhand eurer Transportwege und Anforderungen in vier Fragen eingrenzen.